Latium

Die Region Latium mit der Hauptstadt Rom umfasst 47.884 Hektar Rebfläche. Sie liegt an der Küste des Tyhrrhenischen Meeres und besitzt eine rund 320 Kilometer lange Küste. Alle fünf zentralen Regionen grenzen an Latium an. Schon in der Antike gab es hier einen umfangreichen Weinbau und eine ausgeprägte Weinkultur. Das Gebiet lieferte für die Hauptstadt des Römischen Reiches Speise und Trank. Die berühmtesten der antiken Weine, wie der Caecuber und der Falerner stammten aus der heutigen Provinz Latina im Süden an der Grenze zur Region Kampanien. Besonders die römischen Autoren Cato der Ältere (234-149 v. Chr.) und Columella (1. Jhdt. n. Chr.) beschreiben dies ausführlich in ihren Werken. Über viele Jahrhunderte lang lobten Roms Poeten die Weine Latiums, besonders den Vorgänger des Frascati. Von hier kamen in der Antike vollmundige, bernsteinfarbene und würzige Weißweine. Am nahen päpstlichen Hof spielte im Mittelalter der Wein eine wichtige Rolle. Papst Paul III. (1468-1549) ächtete den französischen Wein und ließ seinen Weinkämmerer Sante Lancerio eine Übersicht über die damaligen italienischen Weine erstellen, um diesen zu fördern. Das Klima ist an der Küste trocken und heiß und wird in das Landesinnere zunehmend kühler und feuchter. Außer in den Apenninen (mit dem mit 2.216 Meter höchsten Gipfel Monte Terminillo) werden fast überall Reben kultiviert. Insgesamt sind 200 Sorten zugelassen, viele davon stammen von antiken Rebsorten ab. Von Bedeutung sind aber nur ein Dutzend. Zu nahezu 90% werden Weißweine erzeugt, die auf dem oft vulkanhaltigen Boden besonders gut gedeihen. Besonders die Rebsorten Malvasia und Trebbiano mit zahlreichen Varietäten sind Bestandteil dieser Weine. Die wichtigsten roten Sorten sind Sangiovese und Montepulciano. Internationale Sorten wie Cabernet Sauvignon und Merlot gewinnen an Bedeutung. Bemerkenswert ist, dass innerhalb der Verwaltungs-Grenzen der Stadt Rom umfangreiche Rebflächen liegen (Teile von vier DOC-Zonen).
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